Aktion Zivilcourage - Selbstverständnis
Die Aktion Zivilcourage versteht sich als parteiübergreifendes Bündnis und setzt sich mit den Themen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus, mit Fokus auf die Region Sächsische Schweiz, auseinander.
Die Aktion Zivilcourage erkennt Rechtsextremismus als gesamtgesellschaftliches Problem und stempelt ihn nicht als Problem der Jugend ab, auch wenn sich entsprechende Denk- und Verhaltensweisen bei Heranwachsenden oft am deutlichsten und extremsten zeigen. Das Wirken der Aktion Zivilcourage zielt demzufolge auch nicht ausschließlich, aber zu großen Teilen auf die Zielgruppe junger Menschen und mit Jugendlichen in Beziehung stehenden MultiplikatorInnen ab. Damit soll langfristig und grundlegend Demokratie gestärkt und rechtsextremistischen Bewegungen der Nachwuchs abgeschnitten werden.
Als Teil der Bürgergesellschaft wirkt die Aktion Zivilcourage aktiv und positiv an der Stärkung der demokratischen Kultur mit. Sie animiert und unterstützt BürgerInnen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und Zivilcourage zu zeigen. Dabei lässt sich die Aktion Zivilcourage von dem Grundprinzip leiten, dass sich eine erfolgreiche und stabile Demokratie durch selbstbewusste und aktive BürgerInnen auszeichnet, die andere BürgerInnen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, ihrem Geschlecht und ihrer Religion als gleichwertig anerkennen, die Verantwortung für die friedliche Gestaltung ihrer sozialen Umwelt übernehmen und Probleme sehen und ansprechen, um diese in gemeinsamer, fairer Auseinandersetzung und gemeinsamen Handeln zu lösen.
Weiterhin zielt die Aktion Zivilcourage darauf ab, insbesondere bei Jugendlichen Perspektiven für bürgergesellschaftliches Engagement zu eröffnen. Wir wollen mit unserer Arbeit die Verbundenheit junger Menschen mit ihrem Lebensumfeld stärken und dadurch Abwanderung aus der Region verhindern. Die eigenen Aktivitäten der Aktion Zivilcourage konzentrieren sich auf das Gebiet des Landkreises Sächsische Schweiz, durch Vernetzung mit anderen sächsischen Initiativen wird aber auch eine überregionale Wirkung beabsichtigt.
Aber nicht nur fest organisierte Kameradschaften, auch der ganz "normale" Alltagsrassismus und die vielen MitträgerInnen des rechtsextremen Gedankengutes vergiften das Klima in unserer Region. Rechtsextreme Parteien und Kameradschaften setzen mit ihren Strategien und allen anderen Aktivitäten besonders auf junge Leute und stoßen dabei nicht nur auf taube Ohren. Deshalb halten wir es für besonders wichtig, gerade Jugendlichen zu zeigen, dass dumpfe Parolen keine gesellschaftlichen Probleme lösen und geschürte Vorurteile nur ein Feindbild vermeintlicher GegnerInnen schaffen. Vielmehr streben wir ein Klima an, in dem Rechtsextremismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Nährboden finden.
Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber unsere demokratische Zukunft müssen wir gemeinsam aktiv mitgestalten.
www.aktion-zivilcourage.de
Aktion Zivilcourage - Kurzgeschichte
Gegründet haben wir uns Anfang 1999 aufgrund erschreckend hoher Kommunalwahl-Ergebnisse rechter Parteien im Landkreis Sächsische Schweiz und einer zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. So wurden mehrmals "nicht-rechte" Jugendliche und Ausländer überfallen, wobei es zum Teil zu sehr schweren Körperverletzungen kam.
Hierbei tat sich vor allem die Gruppierung "Skinheads Sächsische Schweiz" (SSS) hervor. Diese wurde am 5. April 2001 vom damaligen sächsischen Innenminister Klaus Hardrath wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verboten. Bei einer Großrazzia des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) im Juni 2000, bei der über 50 Wohnungen von "SSS"-Mitgliedern durchsucht wurden, hatten die Beamten große Mengen Waffen und Munition sowie zwei Kilogramm Militärsprengstoff (TNT) und Zündvorrichtungen gefunden. 2003 wurden in zwei Verfahren insgesamt 17 Mitglieder der "SSS" vom Dresdner Landgericht wegen des Vorwurfs der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt.
Diese Entwicklungen und das daraus entstehende Klima der Angst bei vielen Jugendlichen waren die Auslöser für das Entstehen der Inititative Aktion Zivilcourage.
Seit den ersten Ansätzen von damals hat die Initiative bis heute eine positive Entwicklung genommen und ihr Engagement in verschiedensten Bereichen und mit einer Vielzahl von Projekten immer weiter erhöht. Die Initiative hat sich zwischenzeitlich in dem eingetragenen Verein Aktion Zivilcourage strukturell etabliert.
Die Aktion Zivilcourage arbeitet mit derzeit mehr als 50 ehrenamtlich Engagierten, zwei fest Angestellten und zwei Freiwilligen im FSJ Politik. Wir sind inzwischen fester Partner von Initiativen, Schulen, Kirchgemeinden, Stadtverwaltungen, Medien und Polizei. Bei allen Projekten arbeiten wir eng mit anderen Vereinen, freien Trägern, Initiativen, Institutionen, Schulen, Behörden, Politikern und den Medien zusammen.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Aktion Zivilcourage wurde ausgezeichnet: